Waibstadt/Freiburg. Lars Brezina will seine Erfahrungen mit Gott teilen und Diakon werden. Erzbischof Stephan Burger wird ihn am Sonntag (21.06.), ab 10 Uhr in der Kirche „Unsere Liebe Frau“ in Waibstadt zum Diakon weihen. Brezina stammt aus der Pfarrei St. Jakobus Sinsheim, Gemeinde Waibstadt. „Mein Glaube, beziehungsweise Jesus Christus, ist die Konstante in meinem Leben – vielleicht eher ein Ankerpunkt“, sagt Lars Brezina. Sein Glaube ist für ihn Heimat. Auch wenn er nicht typisch katholisch erzogen wurde, beschreibt der 30-Jährige seine Kindheit als christlich geprägt durch seine Familie: „Meine Eltern haben Werte und Glauben an meinen Bruder und mich weitergegeben, die sie wiederum von ihren Eltern und Großeltern erhalten haben.“
Das Umfeld in seiner Heimatstadt Waibstadt hat die Hinwendung zu Gott unterstützt. „Vieles dort ist noch kirchlich verankert und zum Teil volkskirchlich geprägt.“ Der Glaube ist für viele selbstverständlich, auch wenn die Anzahl der Kirchenmitglieder sinkt, berichtet er. „Die Stadtgemeinschaft hält fest zusammen – und die Kirche ist ein wichtiger Teil davon. Dieses starke Miteinander macht meine Heimat für mich besonders.“ Diese Verbundenheit konnte der Weihekandidat in seinen bisherigen Lebensstationen erfahren: „Egal, wo ich gelebt habe oder im Urlaub war, ich war nie allein. Immer wieder konnte ich mit anderen Christinnen und Christen meinen Glauben leben.“ Beeindruckt war er dabei insbesondere von Menschen, die ihren Glauben selbstverständlich im Alltag praktiziert haben.
Die Entscheidung, Priester werden zu wollen, beschreibt der 30-Jährige als „langsamen Prozess“. Bereits in der Kindheit interessierte er sich für das Berufsbild des Priesters. Als Jugendlicher entfernte sich Lars Brezina ein Stück weit von diesem Gedanken: „Meinen Glauben habe ich dadurch aber nicht verloren – im Gegenteil. Ich habe mich weiter mit dem Glauben beschäftigt, bin in die Kirche gegangen, habe privat gebetet und mich mit Theologie auseinandergesetzt“, erinnert er sich an diese Entwicklung.
Nach seinem Realschulabschluss informierte er sich über den Eintritt ins Priesterseminar, der für ihn ohne Berufsausbildung oder Abitur aber zu diesem Zeitpunkt nicht möglich war. Daher absolvierte der Waibstädter das Fachabitur und schloss im Jahr 2018 ein Bachelor-Studium in Verkehrsbetriebswirtschaft und Personenverkehr an der Hochschule Heilbronn ab. Danach begann Lars Brezina ein Master-Studium im Bereich Mobilitätsmanagement in Erfurt. Doch: „Während des Studiums kam dann eine gewisse Unruhe auf und ich habe mich intensiver mit dem Gedanken an das Priestertum beschäftigt. Je mehr ich mich mit diesem Gedanken auseinandergesetzt habe, desto ruhiger wurde ich innerlich“, berichtet er. 2019 trat Lars Brezina schließlich ins Priesterseminar Collegium Borromaeum in Freiburg ein und ist derzeit im Rahmen seines Pastoralkurses in der Katholischen Kirche Karlsruhe tätig. Seine Familie und seine Freunde unterstützen ihn auf seinem Weg.
Brezina hat sich für das Diakonat entschieden, weil er seine Erfahrungen mit Gott teilen möchte: „Ich habe Gott in meinem Leben erfahren dürfen – seine Liebe, die Hoffnung und die Zuversicht, die er schenkt. Diese Erfahrung und diese Liebe möchte ich den Menschen und auch Gott zurückgeben, indem ich mein ganzes Leben ihm und den Menschen schenke und für sie da bin. Daher ist für mich der Dienst als Diakon wichtiger denn je.“
Diakonweihe: auf dem Weg zur Priesterweihe
Die Weihe zum Diakon ist für Lars Brezina eine Station auf dem Weg zur Priesterweihe und gilt als vorläufiger Höhepunkt auf dem Berufungs- und Ausbildungsweg als Priesterkandidat. Seit Oktober 2025 arbeitet er in der Kirchengemeinde Karlsruhe mit und bereitet sich intensiv auf seine Diakonweihe vor. Das Wort „Diakon“ stammt vom griechischen Verb „diakonein“. Es bedeutet „dienen“ und „fürsorglich helfen“.
Während der Diakonweihe gibt es eine Reihe besonderer Rituale: Die Weihekandidaten liegen während der Allerheiligenlitanei ausgestreckt vor dem Altar – Ausdruck dafür, dass sich die angehenden Diakone vorbehaltlos in den Dienst Gottes stellen möchten. Dann folgt das freiwillige Versprechen, ein Mann des Gebets zu sein, den Armen zu helfen, in Ehelosigkeit zu leben und dem Bischof die Treue zu halten. Nun legen die Kandidaten ihre Hände in die des Bischofs – ein Ausdruck des gegenseitigen Vertrauens. Die eigentliche Weihehandlung vollzieht sich dann durch die Handauflegung des Bischofs und das von ihm gesprochene Weihehochgebet. Im Anschluss daran werden die Diakone mit der Stola und der so genannten Dalmatik bekleidet, die Zeichen ihres Dienstamtes sind. Sie erhalten zudem ein Evangeliar überreicht, denn die Verkündigung des Evangeliums ist eine ihrer zentralen Aufgaben. Am Ende der Weihe entbietet der Bischof den neugeweihten Diakonen als Zeichen der Wertschätzung den Friedensgruß.
(mf)

